Materialabruf an der Linie kann manuell vom Werker angestoßen werden, indem er den Dialog „Nachbestellen“ öffnet und den Denshin-Kanban einscannt. Im Dialog wird angezeigt, welche Bestellungen aktuell im Laufen sind und wie der Status der Bestellung ist. Dies gibt dem Werker Information über den Zeitpunkt, zu dem mit dem Eintreffen des bestellten Material zu rechnen ist. Für jedes Material kann eine maximale Menge offener Bestellungen festgelegt werden, sodass ein Maximalbestand an der Linie bedingt durch wiederholte Bestellungen nicht möglich ist.

Als Alternative zum manuellen Materialabruf unterstützt MMS auch einen automatischen Materialabruf. Dieser basiert darauf, dass MMS den aktuellen Bestand im jeweiligen Regalfach verwaltet. Dazu muss MMS die Anzahl der Behälter im Fach kennen und die Anzahl von Materialien in jeweils einem Behälter. Mit jedem Fahrzeug, das an der Linie am Takt, an dem sich das Regal befindet vorbeiläuft, wird der Bestand um die in der Stückliste angegebene Anzahl von Materialien verringert. Wenn Material an mehreren Stellen verbaut wird, so kann diese Rechnung nur dann funktionieren, wenn die Anzahl von Materialien je Stücklistenposition bekannt ist oder eine Versortung des Materialverbrauchs je Fahrzeug angegeben wird.

Zusätzlich werden am Regal neben der üblichen Hardware für Pick-by-Light auch Sensoren angebracht, die es ermöglichen, zu erkennen, wann ein leeren Behälter aus dem Regal entnommen bzw. wann ein voller Behälter nachgeliefert wird. Folgende Abbildung zeigt den Aufbau:

Materialabruf2

Am vorderen Ende des Regals befindet sich ein Sensor, der erkennt, wann vom Werker ein leerer Behälter aus dem Regal entnommen wird. Am hinteren Ende befindet sich ein Sensor, der erkennt, dass der Logistikmitarbeiter einen vollen Behälter in das Regal einschiebt.

Wir haben im Zuge der Implementierung Versuche mit verschiedenen Arten von Sensoren unternommen (Wippschalter, Ultraschallsensoren, Kameras und Lichtvorhänge) und Vorschläge für sinnvoll einsetzbare Sensoren erarbeitet.

Die Sensoren werden dazu verwendet, den von MMS verwalteten Materialbestand gegebenenfalls zu korrigieren. Abweichungen können durch nicht dokumentierte Entnahmen aus dem Regal oder durch Fehlbestände bei der Lieferung von Behältern zustande kommen.