Ein Shop-Floor Service Bus besteht neben einer Kommunikationsinfrastruktur auf Basis einer Messaging-Plattform auch aus einer Möglichkeit, Business Logik zu hosten.

Der Business Logic Host (BLH)

Wir haben eine Reihe von Enterprise Service Bus und Integrationstechnologien, die am Markt verfügbar sind, untersucht und konnten bislang keine Plattform finden, die alle Anforderungen, welche der Betrieb am Shop-Floor mit sich bringt, erfüllt. Wir setzen als Konsequenz auf die Erweiterung von MMS um einen Business Logic Host (BLH), welcher als Host für die in MMS implementierte Business Logik dient.

I40BLH

Der BLH ist eine Laufzeitumgebung für Transaktionsmodule, welche die Business Logik enthalten. Er kann im Netzwerk auf beliebig vielen Nodes verteilt agieren, wird aber zentral verwaltet und überwacht. Der BLH greift auf das Messaging Backbone zu, um Meldungen zu empfangen und an die Transaktionsmodule weiterzuleiten. Zudem stellt er Dienste für das Logging, die Alarmierung, für Persistenz und für Timing-Mechanismen bereit.

Transaktionsmodule

Transaktionsmodule können im Betrieb hinzugefügt und aktualisiert werden, ohne dass dadurch die Verarbeitung von Meldungen abbricht oder verzögert wird. Dieses Zeitverhalten ist extrem wichtig, da viele Abläufe in MMS in weicher Echtzeit zu erledigen sind, um die Produktion, welche an den Takt gebunden ist, nicht zu beeinträchtigen. Transaktionsmodule sind nach einem Aktor-Pattern aufgebaut. Sie sind Nachrichtenquellen, Nachrichtensenken („Kommunikationsmodule“) oder verarbeiten Nachrichten (aka. enthalten Geschäftslogik). Für viele übliche Verarbeitungsschritte existieren Standardmodule. Kundenindividuelle Module können jederzeit erstellt und zum BLH hinzugefügt werden. Hierfür steht ein spezifischer SDK (Software Development Kit) bereit. Transaktionsmodule können bei Volllast unterbrechungsfrei ausgetauscht werden.

I40SDK

Die Vorteile des BLH

Der BLH ist dezentral, clusterfähig und per „Doppelkupplung“ unter Last rekonfigurierbar. Damit wird eine hohe Skalierbarkeit und eine hohe Verfügbarkeit des Systems erzielt. Die Logik ist modularisiert und standardisiert. Hiermit ergibt sich ein verringerter Testaufwand und eine starke Vereinfachung der Konfiguration. Logik ist transaktional und kennt explizite Verfahren zur Fehlerverarbeitung. Somit ergibt sich eine hohe Fehlertoleranz des Systems. Für Konfiguration und Überwachung stellt Kon-Cept zentrale Werkzeuge zur Verfügung. Diese ermöglichen ein schnelles initiales Rollout, ein schnelles Deployment von Konfigurationsänderungen und eine vereinfachte Fehlersuche. Durch diese Vorteile ist der BLH eine ideale Plattform für den Aufbau eines Produktionsleitsystems, das extrem hohe Anforderungen an das Zeitverhalten, die Verfügbarkeit und Verlässlichkeit des Systems stellt, da in vielen Anwendungsfällen ein Systemausfall einen sofortigen Stillstand der Produktion bewirken kann.