Kollaboration

Viele Automobilhersteller publizieren aktuell ehrgeizige Pläne zum Ausbau ihrer Modellpalette. Immer mehr Nischenfahrzeuge und immer individuellere Konfigurationen von Fahrzeugen werden angeboten, um den Bedarf immer genauer umrissener Kundensegmente zu adressieren. Dies bedeutet in der Fertigung, dass die Zeiten, welche für Produktanläufe erforderlich sind, stark reduziert werden müssen. Wir sprechen aus unserer Erfahrung von der Halbierung von Anlaufzeiten.

Die Abläufe im Planungsprozess sind nach unseren Erfahrungen ein ganz erheblicher Faktor, welcher Zeit im Anlauf kostet. Wir plädieren daher für eine Neustrukturierung des Planungsprozesses und eine strikte Aufgabenteilung zwischen Prozessplanung und Fabriksplanung.

Die Prozessplanung hat die Aufgabe, einen Prozessbaukasten zu entwickeln und auf Stand zu halten. Im Prozessbaukasten werden Standardprozesse, wie Teileverbauprüfung, Bauzustandsdokumentation, Fehlererfassung usw. formuliert. Der Prozessbaukasten umfasst auch Informationen zur Beschaffung und zum Einsatz der erforderlichen Betriebsmittel. Er wird im App-Store abgelegt.

Der Fabriksplaner greift aus seinem Planungswerkzeug, mit dem er die Abtaktung der Linie erstellt, auf diesen Prozessbaukasten zu. Damit ergibt sich die Konfiguration des gesamten Systems automatisch. Der Fabriksplaner muss sich für Standardprozesse nicht mehr mit Themen wie Beschaffung usw. befassen. Dies wird ihm von den Prozessplanern abgenommen und von diesen im Vorhinein abgehandelt. In Summe ergibt dies einen erheblich schnelleren Planungsprozess und ermöglicht eine starke Verkürzung der Anlaufzeiten bei gleichzeitig hoher Standardisierung und verringertem Risiko.